Viel Geschreibsel

DEMOKRATIE IST WICHTIG

Viel Geschreibsel
Ade 2008 - hau endlich ab!

Weil ich (mal wieder) nicht schlafen kann und es mir wegen des anstehenden Jahreswechsels eh durch den Kopp geht, schreibsel ich's nun hier einfach mal rein.

Meinen selbstpersönlichen Jahresrückblick auf 2008.

Vorweg:
ich find's nicht schade, daß dieses Jahr um ist. Es war eines meiner schwersten Jahre überhaupt. Vielleicht deshalb aber auch eines meiner erfolgreichsten, das kann ich heute noch nicht einschätzen. Aber vielleicht erinnere ich mich an dieses Jahr in der Zukunft mal wie an mein legendäres 2003, welches ich nach wie vor als mein Bestes Jahr empfinde. 2008 als Gegenpol sozusagen.

Was machte nun 2008 zu eben diesem schwersten Jahr? Nun, 2008 war geprägt durch eine für mich unerträgliche und lebensbedrohliche Situation die ständig zu eskalieren drohte . Zunächst nur innerpsychisch, allerdings mit einem Pullverfaßpotential, daß in der Tat hätte hoch gehen können und dann wäre ich Amok gelaufen, so richtig mit Blut und so. Zum Glück für mich, den anderen gönne ich das Glück nicht, die hätten einen ordentlich blutigen Amoklauf verdient, hab ich anders die Kurve gekriegt. Puh.
Wovon ich rede ist meine ehemalige Wohnsituation und der Umzug im September. Das war das Thema für mich in 2008. Als Nebenkriegsschauplatz, eng damit verknüpft, auch noch die Suche nach Hilfestellung in diesem Hochglanzbroschürensozialstaat. Letzteres ist unterm Strich nicht so positiv gelaufen, auch wenn es da nun mit dem Umzug auch einen Lösungsansatz gibt.

Gucken wir mal was genauer zurück. Das Thema wühlt mich eh auf, kein Wunder. Da kann ich dann auch mal was genauer hingucken, vielleicht wird damit auch vieles wieder einfacher und weniger aufwühlend.
Das Jahr begann mit einer Erkenntnis: in einem ruhigen und friedlichen Umfeld (namentlich: Eifel) geht es mir körperlich erheblich besser. Meine Gangmotorik funktioniert wie sie sollte und ich kann wieder richtig laufen. In anderen Umfeldern hilft der Gehstock in mehrerlei Hinsicht: ich weiß wieder automatisch wo unten ist, der Schwindel ist weniger stark, die Gangmotorik ist flüssiger und sicherer und ich hab im Zweifel was dabei um mich wehren zu können (mit einer Krücke kann man notfalls Schaden beim Gegenüber anrichten).
Dann dauert es bis März und bedarf eines akuten Nervenzusammenbruchs samt Krankenhausaufenthalt bis in mir der Entschluß reift: ich muß hier weg, es gibt keine andere Lösung (zumal außer mir ohnehin niemand an irgendwas interessiert war, der Rechtsstaat samt Staatsorganen greift erst ein, wenn es zu erheblichem Schaden gekommen ist). Wo kein meßbarer (Sach-)Schaden entsteht hilft auch kein Anwalt. Polizei interessiert sich eh nicht dafür, daß eine fest definierte Gruppe von "Menschen" (autofahrende Höschmitarbeiter) auf öffentlichen Straßen das Recht des Stärkeren ausagiert und dabei billigend in Kauf nimmt, daß andere Menschen geschädigt werden. Ich war damals so weit, daß ich aus reinem Selbsschutz nur noch mitten auf der engen Straße ohne Bürgersteig ging, immer bereit dem mit viel zu hoher Geschwindigkeit auf mich zu rasenden Aggressor (Auto mit Fahrer) NICHT auszuweichen und im Zweifel das Auto mit meinem Körper oder meinem Gehstock zu demolieren. Es kostet schon einiges an Überwindung NICHT zur Seite zu springen. Es ist nicht schön sowas zu erleben. Man hat Angst, ist nur natürlich. Allerdings mit der Gewissheit, daß Ausweichen auf einer Straße von ca. 3,5m Breite nicht wirklich hilft wird es irgendwann egal. Ob man mit 50 frontal umgenietet wird oder nur angefahren wird, der Unterschied ist marginal. Und vorallem vor dem Hintergrund, daß ein glimpfliches Davonkommen meinerseits nur zu fehlenden Konsequenzen auf der anderen Seite führt, spiele ich doch lieber Kühlerfigur. Dann hab ich wenigstens noch die Chance den Gegner rückwirkend "am Sack zu Packen", wie man bei Asis sagt.

So asozial wie in'e Bergstraße im Inzucht-Sauerland hab ich noch nie zuvor gewohnt. Nicht wegen der Wohnung, nee, wegen disem "lustigen" Umfeld von Straßenbaumist samt Firmenzufahrt und asozialen Autofahrern, die meinen sie seien Gott und Herr über Leben und Tod. Ich war mehrfach kurz davor unter diesen Asozialen Amok zu laufen. Entweder indem ich mir den einen oder anderen aus dem Auto ziehe und verprügele oder mit einem Bezinkanister zum Firmenparkplatz gehe um deren Autos abzufackeln. Auch heute kann ich noch sagen: Schade, daß ich das nicht getan habe, dieses Pack hätte es verdient.

Statt dessen habe ich meine Energien darauf verwandt da weg zu kommen. Mag sein, daß es die bessere Entscheidung war. Sie hat einen bitteren Beigeschmack: ich bin vor dem Aggressor geflüchtet. Es war mir wichtiger mein Leben zu retten als diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Damit hab ich mir de volle Breitseite in eines meiner Kinderheitstraumatas gegeben, wo ich ebenfalls um meine eigenes Überleben sicherzustellen flüchten mußte und meinen kleine Bruder in der Hölle ("zu Hause" ) zurückließ. In beiden Fällen hätte ich viel lieber ordentlich aufgeräumt und die Verursacher zur Verantwortung gezogen, ja auch mit Selbstjustiz. Geht bloß leider manchmal nicht, zumindest nicht ohne sich auf das Niveau des Täters herab zu lassen und selber Täter zu werden. Hilfe von außen gibt es in solchen Fällen leider viel zu wenig. Auch das ist kennzeichnend für 2008: fehlende Hilfestellung .

Interessanterweise gab ich kurz nach dem ersten durch einen Beinahe-Unfall bedingten Nervenzusammenbruch samt Krankenhausaufenthalt direkt ein Highlight des Jahres: Diary of Dreams live (10.02.2008, Essen). Zeigt auch wieder wie nah Höhen und Tiefen beienander liegen können und wie toll man von einem Extrem ins Nächste pendeln kann.

Ebenfalls im Februar (war ein anstrengender und ereignisreicher Monat) habe ich die ersten Anträge zur Verbesserung meiner sozialen Situation gestellt. Ich hab eine Pflegestufe beantragt (weil es hieß für Hilfe zur Pflege nach SGB XII müsse ich dies tun), ich hab das Merkzeichen G für meinen Schwerbeschädigtenausweis beantragt, ich habe einen Antrag beim LWL gestellt um ein Hilfeplanverfahren einzuleiten. Ja, genau, im Februar war das. Einige "Früchte" dieser Anträge habe ich dann nur 7 Monate später ernten dürfen. Ende August (Antragsabgabe war 1.4. gewesen), kurz vor meinem Umzug, gab es den Bescheid für Bewilligung einer Putzhilfe und Hilfe beim Einkaufen über Hilfe zur Pflege. Niedlich wie schnell einem in unserem Sozialstaat geholfen wird. Aber man soll ja nicht klagen, denn in Afrika verhungern täglich die Kinder. Ja, ich bin zynisch bei diesem Thema. Mit Recht!
Merkzeichen G gab es nach erfolgreichem Widerspruch gegen die erste Ablehnung dann auch im August.
Der LWL hat sich zwischenzeitlich richtig verheddert, weil ich dann auch noch das persönliche Budget beantragt habe, wo es heute noch keinen Bescheid zu gibt. Dafür habe ich mit Hilfe der SHG Schwerte zwischenzeitlich und kurz nach dem erfolgten Umzug nach Schwerte, die Bewilligung zum ambulant betreuten Wohnen hier in Schwerte erhalten. Ein formaler Bescheid liegt allerdings auch hier noch nicht vor. Das Clearing-Tribunal zur Feststellung des Hilfebedarfs war am 27.11. Lustigerweise habe ich im Oktober den gleichen Antrag auf Hilfe zur Pflege nach SGB XII hier im Kreis Unna nochmal gestellt/stellen müssen. Die Bearbeitung dauert noch an.

Wo ich grade bei Anträgen und Hilfegesuchen bin. Fix gingen auch einige, eher unwichtige Dinge: GEZ-Befreiung innerhalb von ca. 2 Wochen, nachdem ich endlich den formalen SGB XII-Bescheid hatte (ohne den keine Befreiung beantragt werden braucht), bis ins Jahr 2010. 3 neue Behindertenausweise wg. Umzug und geänderter Eintragungen innerhalb von nur 2 Monaten. (Wow, ja was ein Schwachsinn und jedes Mal wollen die ein neues Foto) Bewilligung von Grundsicherung für November und Dezember in Höhe von 13€/monatlich war auch innerhalb von 3 Wochen nach Antragsabgabe durch. Termine und Besprechungen mit der örtlichen Schuldnerberatung wegen meiner desolaten Finanzlage und einer drohenden Insolvenz respektive akuter Zahlungsunfähigkeit gab es auch zeitnah. Aber das passierte alles erst im letzten Quartal von 2008.


Ich glaube auch die Schmerzensgeldzahlung aus dem Unfall 2007 (als ich von einem dieser asozialen Hösch-Arschlöcher vor Zeugen angefahren worden war; Gerichtsverhandlung war AFAIR noch in 2007) traf erst im Frühjahr 2008 ein. Wobei das eigentlich und unter Einbeziehung eines Anwalts recht flüssig ging. Die gegnerische Versicherung hatte erst versucht sich raus zu winden, aber hat dann doch einigermaßen zügig klein bei gegeben. Naja, es ging ja auch nur um ca. 500 Euronen und eine Prellung am Arm. Peanuts sozusagen.

Im Juli, genauer gesagt am 05.07.2008, gab es mit Castle Rock 9 (Teil1 und Teil 2 meiner Berichte) dann noch ein weiteres Highlight des Jahres. *freuhüpf*

Zwischen März und August hatte ich ansonsten eine echt harte Zeit. Zum einen war es für mich eine echte Hängepartie im alten Wohnumfeld überhaupt nur die Straße zu betreten (bevorzugt war ich nicht mehr alleine unterwegs; mein Ex-Nachbar hat mich auch nur noch ungern allein auf die Straße gelassen, da er um meinen schlechten Zustand und das Pulverfaß das ich war wußte). Dazu kam, daß wenn man immer mal wieder kurzfristig akut selbstmordgefährdet ist, es sehr unpraktisch ist eine stark befahrene Güterbahnlinie direkt vor dem Schlafzimmerfenster zu haben, auf der die Züge auch öfters mit 200 Sachen durchbrettern (von dem Lärm den das macht mal ganz zu schweigen)
Zum Anderen war aktive Wohnungssuche angesagt. Und die war sehr anstrengend und sehr zäh. Insb. weil ich eine Wohnung OHNE Badewanne, dafür mit Dusche und erlaubter Hundehaltung suchte.

Ja, als ich dann endlich eine (bezahlbare) Wohnung gefunden hatte die paßte und wo ich mitsamt Hund auch dem Vermieter paßte, das war im Juli, just in time daß ich ordentlich zum 1.10. kündigen konnte und die neue Wohnung unter Dach und Fach (unterschriebener Mietvertrag) hatte. Da ging es dann Schlag auf Schlag. 12.-23.07. noch schnell bei Elke in der Eifel auftanken. Und dann ran ans Kisten packen. Übergabe der neuen Wohnung war am 26.08.2008. Am 29.08. hab ich die erste Nacht in Schwerte verbracht und zwischen 01.09. und 14.09. war die heiße Umzugsphase. Sieht lang aus, mag mancher da denken. Ja, sicher. Aber wir waren nur zu dritt. Ich und Kernschrotti (Blog macht er leider nicht mehr) und der Ex-Nachbar. Und alle haben massiv rangekeult um meinen ganzen Krempel mit dem Kangoo und an einem Tag auch noch mit einem Transporter rüber zu kriegen. Das war Knochenarbeit. Aber ich habe es geschafft noch vor Beginn der dunklen Jahreszeit aus der Bergstraßenhölle weg zu kommen. (sich fast anfahren lassen macht bei Dunkelheit noch mehr Spaß )

Ärgerlich war, daß ich wegen dem ganzen Streß und destablisierenden Psychoshit nicht von den Psychopharmaka weg kam. Das ging erst nach erfolgtem Umzug. Und nun mit Weihnachten hinter mir, kann ich auch noch stolz sagen: jau, geht ohne Dauermedikation. Wenn ich die Vorweihnachtszeit schadlos ohne Medikamente schaffe, dann geht es wieder komplett ohne. Vorweihnachtszeit ist Trauma-Hochzeit und Psychostress pur, da muß gar nix weiter passieren im Leben.

Bedanken möchte ich mich insb. bei der handvoll Leuten die mir geholfen haben: Elke, Gregor und Ivy/Kernschrotti, sowie auch meiner netten Ex-Nachbarin, Katrin, die vor mir aus der Bergstraße weg ist. Die nette Nachbarschaft war das einzige was mich in'er Bergstraße vom völligen durchdrehen abgehalten hat. Ohne das Asyl bei Elke in der Eifel hätte ich gar nicht auftanken können. Und ohne die Hilfe beim Umziehen hätte es keinen Umzug gegeben.

Der Stinkefinger geht an:
Sozialamt Iserlohn Abt. Leistungsgewährung fürs Abwimmeln und schwachsinnige Schreiben ("wollen Sie einen offiziellen Ablehnungsbescheid oder ziehen Sie Ihren Antrag zurück"; darauf bin ich dann gar nicht mehr eingangen) - fickt Euch selber, ihr Deppen.
Hösch Hohenlimburg deren Mitarbeitern ich alles schlechte wünsche. Verreckt in Euren Drecksautos ihr Schwachmaten! Ihr habt es verdient.
"Der Münsteraner" für's mehrfache fast über den Haufen fahren, der kann ebenfalls verrecken.
Am Besten, die Autofahrer die ich hier meine, richten sich mal mit ihrem "Fahrstil" an irgendeinem Baum selber. Ich fürchte nur, denen wird nix passieren, die fahren eher andere kaputt. Assoziale Arschkrampen!

Mann bin ich froh, daß 2008 vorbei ist! Es kann nur besser werden!!!


P.S.:
Mein Dank geht auch an die, die das ganze Geschreibsel hier gelesen haben. Danke für's Lesen, ist "etwas" länger geworden. 

31.12.08 04:19
 


Werbung


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Rainer / Website (31.12.08 04:28)
Finde es ok dein Geschreibsel

Gutes neues Jahr 2009


Wetterhexe / Website (31.12.08 21:32)
Liebe Geschreibseline,
ich wünsche Dir nur das Beste zum neuen Jahr.
Gute Wünsche haben Flügel, wußtest Du das?

LG Wetterhexe

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de